APC vs. UPC Stecker – Was ist der Unterschied?

◎ Ratgeber · Steckertechnik

APC vs. UPC:
Welcher Stecker für Ihren FTTH-Anschluss?

Grüner oder blauer Stecker – LC oder SC? Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen APC und UPC, zeigt warum FTTH-Anschlüsse in Deutschland fast ausschließlich APC verwenden – und wie Sie den richtigen Stecker für Ihren Provider erkennen.

Inhalt

  1. Was bedeuten APC und UPC?
  2. Der technische Unterschied
  3. So erkennen Sie den Steckertyp
  4. Warum verwendet FTTH fast immer APC?
  5. Warum APC und UPC nie mischen!
  6. LC vs. SC – was ist der Unterschied?
  7. Welcher Stecker für meinen Provider?

Was bedeuten APC und UPC?

APC und UPC beschreiben die Art der Politur (Schliff) an der Spitze eines Glasfasersteckers – genauer gesagt: an der Keramik-Ferrule, in der die Glasfaser gehalten wird. Der Schliff bestimmt, wie das Licht an der Verbindungsstelle übertragen und reflektiert wird.

  • APC = Angled Physical Contact – 8°-Schrägschliff
  • UPC = Ultra Physical Contact – gerader, leicht gewölbter Schliff
Wichtig: APC und UPC sind keine Steckertypen, sondern Politurarten. Beide sind für LC-Stecker (klein, kompakt) und SC-Stecker (groß, eckig) erhältlich. Daher heißen die Kombinationen: LC/APC, SC/APC, LC/UPC, SC/UPC.

Der technische Unterschied

Der einzige physische Unterschied: der Winkel der Ferrulen-Spitze. Das hat große Auswirkungen auf das Signalverhalten:

APC – Angled Physical Contact

Schliff: 8° schräg

Farbe: immer grün

Rückflussdämpfung: ≥ 65 dB

Reflexionen: werden in den Mantel reflektiert – nicht zurück zur Quelle

Ideal für: FTTH/GPON, PON-Netze, analoge Signale, WDM

Langlebigkeit: sehr hoch – widerstandsfähig gegen häufiges Stecken

Einsatz in DE: Standard für alle FTTH-Hausanschlüsse

UPC – Ultra Physical Contact

Schliff: gerade, leicht gewölbt

Farbe: blau (LC/UPC) oder blau (SC/UPC)

Rückflussdämpfung: ≥ 50 dB

Reflexionen: werden direkt zurück zur Lichtquelle gespiegelt

Ideal für: Rechenzentren, LAN, kurze Strecken, digitale Datensysteme

Langlebigkeit: gut, aber empfindlicher bei häufigem Wechsel

Einsatz in DE: Selten bei FTTH – häufig in Unternehmensinfrastruktur

Parameter
APC
UPC
Relevanz für FTTH
Schliffwinkel
8° schräg
0° (gerade)
Entscheidend
Rückflussdämpfung
≥ 65 dB
≥ 50 dB
Hoch
Einfügedämpfung
≤ 0,3 dB
≤ 0,25 dB
Gering
Reflexionskontrolle
Sehr gut
Gut
Kritisch bei GPON
Steckzyklen
≥ 1.000
≥ 500
Eher unkritisch

So erkennen Sie den Steckertyp auf einen Blick

Die Politurart ist zuverlässig an der Farbe des Steckergehäuses ablesbar – das ist weltweit standardisiert:

Grün = APC (immer)
Alle grünen Glasfaserstecker verwenden den 8°-Schrägschliff. Gilt für LC/APC und SC/APC gleichermaßen. Das gelbe Kabel mit grünem Stecker ist das klassische Erkennungsmerkmal eines FTTH-Patchkabels.

Blau = UPC (meistens)
Blaue Stecker verwenden den UPC-Geradefliff. Häufig in Switches, SFP-Modulen, Patchfeldern in Rechenzentren und Unternehmen. Nicht kompatibel mit grünen APC-Ports.

Unsicher? Aufschrift prüfen
Auf jedem hochwertigen Patchkabel steht der Steckertyp aufgedruckt: z.B. „LC/APC“ oder „SC/UPC“. Bei nexinex-Kabeln ist der Typ auf der Verpackung und auf dem Kabel selbst angegeben.


Warum verwendet FTTH fast immer APC?

FTTH-Netze in Deutschland arbeiten nach dem GPON-Standard (Gigabit Passive Optical Network). Dabei teilt sich ein einziges Glasfaserkabel mehrere Haushalte über Splitter. In diesem System sind Rückreflexionen besonders schädlich:

  • Splitter reagieren empfindlich auf zurückreflektiertes Licht
  • Reflexionen können das Signal anderer Teilnehmer stören
  • Analoge Zusatzsignale (früher TV über Glasfaser) erfordern hohe Rückflussdämpfung
  • APC lenkt Reflexionen in den Fasermantel – weg von der Quelle
Ergebnis: Die Bundesnetzagentur und europäische FTTH-Richtlinien empfehlen APC für alle PON-basierten Hausanschlüsse. Alle deutschen FTTH-Provider (Telekom, Vodafone, 1&1, Deutsche Glasfaser etc.) setzen ausschließlich auf APC-Stecker.

Warum APC und UPC nie mischen!

Das ist der kritischste Punkt: APC und UPC dürfen nicht miteinander verbunden werden.

Gefahr: Beschädigung und Signalausfall! Der 8°-Winkel des APC-Steckers trifft auf die gerade Fläche des UPC – es entsteht ein Luftspalt und Versatz. Das führt zu massiver Dämpfung (bis 10 dB+), dauerhafter Beschädigung der Ferrule-Oberfläche und möglicherweise totalem Signalausfall. Ein SC/APC-Kabel in einen SC/UPC-Port stecken – oder umgekehrt – ist ein häufiger und teurer Fehler.

Die Farben helfen hier: Grün (APC) kommt immer zu grün, blau (UPC) kommt immer zu blau. Mischen ist ausgeschlossen, sobald man auf die Farben achtet.


LC vs. SC – was ist noch der Unterschied?

LC und SC beschreiben die Steckergröße und -form – unabhängig von APC oder UPC:

LC (Local Connector)
Klein, kompakt (1,25 mm Ferrule). Standard bei aktiver Technik, ONT, Switches, SFP-Modulen. Telekom, Vodafone, 1&1, EWE, M-Net, NetCologne, NetAachen nutzen LC/APC am HÜP.
SC (Subscriber Connector)
Größer, quadratisch (2,5 mm Ferrule). Standard bei vielen HÜP-Abschlüssen älterer Anlagen. Deutsche Glasfaser und Deutsche Giganetz nutzen SC/APC am ONT.
LC/APC → SC/APC
Sogenanntes „Hybrid“-Patchkabel. Nötig wenn HÜP und ONT unterschiedliche Steckertypen verwenden. Ist bei Deutsche Glasfaser und Deutsche Giganetz Standard.

Welcher Stecker für meinen Provider?

Alle deutschen FTTH-Provider verwenden APC. Der Unterschied liegt im Steckerformat (LC oder SC) und welche Seite was hat:

Telekom
LC/APCLC/APC
Vodafone
LC/APCLC/APC
1&1
LC/APCLC/APC
o2 / UGG
LC/APCLC/APC
EWE TEL
LC/APCLC/APC
M-Net
LC/APCLC/APC
NetCologne
LC/APCLC/APC
NetAachen
LC/APCLC/APC
Deutsche Glasfaser
LC/APCSC/APC
Deutsche Giganetz
LC/APCSC/APC
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